Donnerstag, 2. Januar 2020

Dachstuhl, Anbau



Dachstuhl Anbau

Mit dem Bauvorschritt des Anbaus war der nächste Schritt das Dach zu planen. Wichtig war der Dachüberstand längs und quer zum Haus.
Die Dachneigung sollte sich mit dem Hauptdach in einer Flucht erfolgen (dies ist mir im Nachhinein nicht ganz geglückt), mit einem Dachüberstand von 0,5m zur Giebelseite und 0,7m zur Gartenseite waren die Hauptfixpunkte bestimmt.
Da ich noch Holz aus einem früheren Projekt, Wiesengrund Carport 6,0m x 6,0m, gelagert hatte, konnte ich diese Maße in der Dachkonstruktion berücksichtigen.

Die ersten Zeichnungen sind basierend auf einen einfachen Sparen Dachstuhl entstanden. Mit Standard Fuß und Mittelfette. Die erschien mir aber für die gesamte Dachfläche zu dürftig. 
Der Zweite Vorschlag basierte dann auf einer Gaube im hinteren Bereich der Südseite.





Mit dem Aufriss konnte dann mit der Erstellung der einzelnen Sparren begonnen werden. Mit einer Bretterkonstruktion wurde der Giebelsparren linke Seite aufgezeichnet (Planung trifft Realität).
Mit dem Übertrag zur Mitte, um zu Vergleichen ob die Parallelität gegeben war, waren die Abmaße bestimmt. Die Fuß und Mittelfette hatte ich im Vorfeld montiert zusammen mit der Außenwand und der Zwischendecke.
Da wir zu diesen Zeitpunkt nur ein kleines Gerüst hatten wurden die Arbeiten von Innen nach Außen verwirklicht. (Fehler 1.)

Alles wurde nochmals ausgerichtet und verschraubt. Einige Sparren, die stark verdreht waren, mussten in die richtige Lage gebracht werden.
Um Geld zu sparen hatte ich zu diesen Zeitpunkt mich entschlossen Dachpappe zu verwenden um bei der gesamten Dach Eindeckung diese dann auszutauschen mit der richtigen Dach Folie. (Fehler 2.)

Da nun der erste Teil des Dachstuhl am Anbau fertiggestellt war, hatte ich nochmals überlegt ob eine Dachgaube im rechten Teil sinnvoll sei oder um die Fläche zu nutzen ein Kehl Dach zu erstellen.
Nochmals wurde die Zeichnung überarbeitet. Also Version 3. es wird noch die 4. folgen im Zusammenhang mit dem Dachstuhl des Hauptgebäudes.
Da nun der Winter 2017/ 2018 nahte hatte ich ein Zeitproblem um die Firstwände (Garten - und Südseite) in einem Eichen- Fachwerk zu erstellen.

Kurzentschlossen habe ich mich für eine Variante entschieden die eine Ständerkonstruktion aus Fichte - Tanne vorsah mit Bretterverkleidung außen (Winterfest). Diese sollte in der Wand später integriert werden können.
Das Eichen- Fachwerk sollte dann im Frühjahr 2018 vorgesetzt werden.
Gesagt getan, mit neuen Plänen (Fehler 3.) wurde dieser kurzfristig umgesetzt.




Bei dem Sparren Aufriss sind wir wie bei dem ersten Teil wieder mit einer Brettschablone vorgegangen. Der Haupt- Knackpunkt war der Kehlbalken der im Dachwinkel sowie im Winkel der Dachkehle ausgelegt werden musste.
Trotz meines Ing. Studium, bin ich an diesem Balken fast verzweifelt, ungelogen den habe ich zweimal Neu gemacht (nur für die linke Seite 😏). Auch hier wurde wieder alles von innen nach außen aufgebaut.
Nun stand noch die Verbindung zum Haupthaus offen, der Übergang sollte Winterfest sein. 
Nach etlichen Gesprächen und Alternativen habe ich mich für ein Aluminium Blech entschieden (0,5m x 1,0m 1mm dick). Diese Bleche waren flexible genug um sie unter der alten Teerwellplatte zu schieben und an der Alten und Neuen Verlattung zu befestigen.
Hier würde ein Dachdecker bestimmt mit dem Kopf schütteln.
Um die Sache noch abzurunden haben wir die Dachrinne montiert und die Fallrohre mit dem Abwassersystem verbunden.


Während des Winter mit starken Stürmen musste die Dachpappe gesichert werden mit Hilfe meines Skatbruders haben wir dies kurzfristig bewerkstelligen.



Damit war der Dachstuhl für den Anbau abgeschlossen, der Rest sollte mit dem Neuen Dachstuhl des Haupthauses und deren Eindeckung abgewickelt werden.




Hier nochmals dargestellt die Ständerkonstruktion integriert in der Firstwand, mit Lehm ausgemauert und vorgesetzten Eichenfachwerk, was anschließend von Außen ausgemauert und mit Kalkputz und Kalkfarbe versehen wurde.




Im Sommer 2018 wurde die erste Dacheindeckung vorgenommen. Die Entscheidung nicht auf Schiffer zu gehen ist mir nicht leicht gefallen. Am Ende waren es die Mehrkosten und der Rat meines Dachdeckers maßgebend. Wie auf den Bilder ersichtlich wurde die Dachpappe entfernt und fachmännisch die Neue- Dachfolie aufgezogen und mit Dachlatten befestigt.



Hinweis

Aus Erfahrung müsste ich es besser wissen, Zeichnung und Konzepte ändert in der Bauphase bringt nur Ärger und Kosten mit sich, besser im Vorfeld genauer Planen.
Ein Gerüst (da wir zu einem späteren Zeitpunkt hatten) ist zwingend erforderlich, wir hätten uns damit viel Zeit eingespart ohne zu Erwähnen das dies auch sicherer gewesen wäre (Safety First).
Temporäre Lösungen, in dem Fall mit der Teerpappe hätte ich mir sparen können alles wurde später abgerissen und für teures Geld entsorgt.
Das Konzept -> Fichte/ Tanne Ständerfachwerk war okay. Was ich hier erwähnen möchte ist, das ich das System Eichenfachwerk mit Holzverschalung innen (Fichte/ Tanne 32mm dicke Bretter) als sehr gut empfunden habe. Damit hatten wir beim ausmauern eine Anlage & Dichtfläche innen. Die Durchlässigkeit als ein Wandsystem ist damit auch noch gegeben und die Wandisolierung hat sich damit auch noch verbessert. 
Zu einem späteren Zeitpunkt gehe ich detailliert auf die Wandkonstruktion ein. 























Mittwoch, 1. Januar 2020

Der Holzbau

Wie schon im zweiten Kapitel erwähnt möchte ich auf dem Holzbau in diesem Abschnitt eingehen.

Die Idee das Fachwerkhaus in Obersteinebach beruht auf den Wunsch in unserem Wald im Wiesengrund eine Russische Banja (Saunahaus) zu bauen.
Dieser Wunsch ist bei mir entstanden/ gewachsen in der Zeit als ich dienstlich (10 Jahre) in Russland für die Ford Werke gearbeitet habe.
Diese in Blockhaus gefertigten Häuser haben mich von Anfang an interessierte. Nicht nur die robuste Bauweise aus massiven Baumstämmen sonder auch die handwerkliche Ausführungen der Verbindungen an den Ende und Übergängen der Stämme.
Dies waren die erste Anstöße..... mit dieser Aufgabe musste ich mich entscheiden was ich als Maschinenpark brauchen würde.
Nach intensiven Suche und abgleichen was ich brauche habe ich mich für eine Blockbandsäge entschieden. Nach Kontaktaufnahme mit einem polnischen Maschinenbauer habe ich die Adresse von einem Kunden in der Nähe von Königsstein bekommen.
Nach der Besichtigung (lessons learned) hatte ich meine Blockbandsäge spezifiziert und wie gesagt bestellt.
Technische Daten: PH Woodpamar TTP-600 Profi
  • gesamt Länge  6,0 m
  • gesamt Breite  1,1 m
  • gesamt Höhe   2,0 m 
  • Antrieb            1,1 kW Starkstrom Motor
  • Vorschub          automatisch
  • Sägekopf          automatisch verfahrbar
  • Höhe und Zägebreite Verstellung mit Elektro Antrieb
  • Schmierung      Wasser
  • max Sägelänge  4,5 m am besten 4,2 m bedingt durch die Öffnung des Sägeschuppen
  • max Sägebreite  0,8 m am besten sind Stämme mit 0,5 m Durchmesser max gefahren 0,7 m
  • Sägeblatt            4004mm Länge, 35 mm Breite, Stärke 1,1 mm, Zahnung 22
Zur Ausstattung des Sägewerks gehören (nicht Bestandteil der Original Bestellung), Kettensägen, Wender -> kleine und große Ausführung, Stemmeisen, Zwingen und Äxte, Keile, hydraulische Presse, Bandmaß, 2x Spanneisen, kleiner Werkzeugkasten, Absauganlage (Eigenbau) ist leider im Augenblick defekt wegen Motor schaden
Die Säge läuft seit 2016 und ist mittlerweile Modifiziert um einen weiterer Querbalken um kurze Stämme und Balken zu scheiden.
Eine Zusatz Einrichtung (eigen Konstruktion) wurde angeschafft, die mir ein befreundeter Techniker gebaut hat, um kurze Stämme in der vertikale Lage zu schneiden. Damit kann ich Baumscheiben bis max. 0,5 m Durchmesser aufschneiden.
Nach ca. 60 Festmeter Aufschnitt habe ich bis jetzt zweimal die Hauptlager (Spannrad) ausgetauscht sowie die Schalter am Steuerschrank ersetzt.
In der Zwischenzeit kam dann der Kauf des Fachwerkhaus ende 2015, das hat natürlich meine Planung der Banja vorerst gestoppt.





Mit dem Erwerb der Säge und einem Gabelstapler hatte ich den Grundstein gelegt für die Holz-Bearbeitung. Ich sollte noch erwähnen das unser Gemeinde einer der Waldreichste Gemeinde in der Verbandgemeinde Flammersfeld ist. 
Also Einkauf von Eichenstämmen war und ist kein Problem, etliche Waldbauern und privat Waldbesitzer bieten diese Stämme zum Ankauf an.
Nach Ankauf konnte ich nun die Baumstämme aufschneiden, natürlich in der Breiten und Dicke wie ich es brauchte.
Die nächste Herausforderung war herauszufinden wie ich die Verzapfung der Bauteile am besten vornehmen konnte.
Auch hier nach gründlicher Suche im Internet bin ich fündig geworden. Mit der Marke Milwaukee hatte ich meinen Profi- Ketten Stemmer - Balkenhobel und Handkreissäge gefunden.
Da ich nun alle Maschinen zusammen hatte, ging die Holzarbeit los. Im Vorfeld hatte ich die Zeichnung/ Materialliste für die Säge sowie Einzelteilzeichnung für die Gefache am Rechner ausgearbeitet.
Nach etlichen Tage an der Sägewerk hatte ich die ersten Festmeter aufgeschnitten. 
Mit vollen Elan begann die Einzelfertigung der Balken im Januar 2016. 
Was ich nicht wusste war wie schwer Eichenbalken sind, nicht nur beim Aufschnitt auch bei der Bearbeitung später beim verzapfen. Nicht zu unterschätzen ist auch die Gerbsäure die meinen Hände mache Schmerzen bereitete.
Nicht alles lief nach Plan wie ich es wollte. Da ich in meiner beruflichen Laufbahn in der Arbeitsvorbereitung gearbeitet habe, mussten die Prozesse die ich mir ausgedacht hatte immer weiter optimiert werden. 
Schnell war klar das ich noch weiter Maschinen kaufen musste. Hier sind zu erwähnen Profi- Stichsäge, Bandschleifer, Hand Flex, Hand & Ständerbohrmaschine, Oberfräser, Tischkreissäge ect.
 Der Maschinenpark wuchs kontinuierlich.

                      



Mit dem Erstellen der ersten Fachwerke wuchs auch die Anzahl der einzelnen Balken die ich nach kurzer Zeit nicht mehr zuordnen konnte. In der Fachliteratur gibt es den Hinweis mit römische Ziffern zu arbeiten, dies war mir zu aufwendig am Ende habe ich für eine Beschriftung mit Buchstaben und Ziffernschablonen entschieden, die ich mit Sprühfarbe auf der Innenseite angebracht habe.
Trotz Beschriftung und endlos langen Liste war eine direkte Anordnung der Bauteile nicht immer einfach.
Alle Bauteile/ Elemente wurden im Wiesengrund als größer Baugruppen zusammengebaut und ausprobiert. Wichtige Punkte war Maßhaltigkeit und einfache Montagereihenfolge.

Was mir fehlte war einen großer Arbeitstisch von 2m x 4m der in Waage fest auf dem Boden steht. Auch eine Montagehalle wäre hilfreich gewesen.









Nach dem Erstellen größerer Baugruppen, wurde mit Stapler und geliehenen schweren Gerät die Elemente zum Fachwerkhaus gebracht.
Da wo es möglich war konnten komplette Einheiten eingebracht werden. (Dies ist aus meiner jetzigen Erfahrung die beste Vorgehensweise).
Bei Problembereich wurde alles wieder auseinandergebaut und einzeln wie ein Puzzle zusammengefügt. Kiew war in 90% der Fälle nur mit Hilfe der Nachbar und Bekannten aus der Dorfgemeinschaft möglich.
Nach dem erstellen kam das ausrichten und einmessen. Mit Wasserwaage und Laser wurden Bauteile eingemessen und gespannt. Nacharbeit war oft notwendig (meistens wurden die Zapfen verjüngt) und mit Hilfe von Holzhammer, Seilwinde, Gurten und Hydraulikzylinder die Probleme gelöst.

Vorplanung trifft auf Realität.

Nachdem alles in Position war wurden die Element mit 20mm Holznägel verbohrt/ verbunden. In schwierigen und kritischen Bereich wurde mit Ankerschrauben, Gewindestangen und Winkeleisen nachgeholfen und die Verbindungen so zu sichern.



Nun nachdem der Außenbereich 2019 fast abgeschlossen ist und ca40 Festmeter Eichenholz aufgeschnitten und verarbeitet wurden, kann ich von einer Lernkurve profitieren die mir dieses Jahr mit dem Innenausbau bei den Abläufen helfen wird.



Hinweis

Learning by doing ist gut aber fachliche Kenntnisse sind Grundvoraussetzung für diese Arbeiten. Ohne Fachliteratur und Fachgespräche mit den Handwerkern kommt man nicht so weit und der Pfusch am Bau schleicht sich ein.
Nicht ohne Grund sind die Gewerke -> Ing./ Architekt, Schreiner, Zimmermann, Dachdecker, Mauer ect.  Ausbildungsberufe bzw. Studienfächer.
Dies fehlende Erfahrung habe ich an mach einer kritischen Ecke schmerzhaft erleben müssen.
Selbst die beste Vorplanung ist nur so gut wenn sie kritisch hinterfragt wird. Das hinterfragen mit den Fachleute ist deswegen um so wichtig.
Es ist nicht nur die Arbeitszeit, auch spielt das Geld eine, alles was man macht kostet Geld und Ressourcen.
Bitte berücksichtigen!

Im nächsten Kapitel möchte ich auf die Erstellung des Dachstuhls eingehen.



Der Neuaufbau in 2017

Der Neuaufbau in 2017



Mit dem Abriss des hinteren Gebäudeteils wurden die ersten Bausünden sowie der Altersverfall der Außenwände sichtbar.
Die Nordseite (Einfahrt) war im unteren Bereich ca. 0,5 Meter nach außen verschoben dies war ausgelöst worden durch den Verfall des Fuß Schwellers. Die vorgesetzte massive Betonwand sollte einen weitere Verschiebung auffangen. Die West- Seite (Hofbereich) Bestand nur noch aus dem Original Fachwerkelementen die im hinteren Bereich durch den Wassereinbruch (das Dach war über Jahre undicht) schwer gelitten hatten. Im Großen und Ganzen ein erschreckender Eindruck.
Wie gesagt der Grundriss sollte nicht verändert werden, mit geliehenen Baumaschinen wurde die Bodenplatte und Fundamentstreifen ausgehoben, Abfluss Leitung sowie Drainage verlegt und dar darüber die Abdichtfolie ausgerollt.
Danach folgte das einbringen des Betons welches vom lokalen Betonwerk geliefert wurde.





 










Nachdem die Bodenplatte ausgeschalt war, fing der Aufbau der doppelte Bruchsteinwand aus Mosel Grauwacke an. 
Das Mauerwerk sollte die Fachwerkkonstrution tragen und von innen sichtbar sein. Die Ankerschrauben wurden im Zwischenbereich nach der zeichnerisch Vorgabe eingebaut. 
Die Fachwerkelemete, die in einer benachbarten Scheune seit Anfang des Jahres eingelagert waren 
wurden zur Baustelle gebracht und nach Skizze und Ablaufplan (Nummerierung - System ) zusammengefügt. 
Zum Holzbau werde ich in einem separaten Abschnitt detailliert Stellung nehmen.
Der Zusammenbau ging nur mit Hilfe fleißiger Hände aus der Nachbarschaft, ohne deren Hilfe ich hier schon ein dickes Problem gehabt hätte.
Durch ein Zufall hatte sich der SWF bei mir gemeldet die über die Hauptstraße Obersteinebach ein Betrag für die Lokalzeit aufnehmen wollten. (Der Beitrag liegt in der Datenbank des SWF vor oder nach Obersteinebach auf Google suchen).
Nachdem ich ein Lehrgang im Lehmbau in Koblenz bei meinem Baustoffhändler absolviert hatte konnte das ausmauern der Gefache mit trocken Lehmbausteinen (nicht gebrannten Lehmziegeln) erfolgen. 
Diese Lehm Arbeiten machten und machen besonders viel Freude -> warum
  1. weil es ein natürlicher Baustoff ist und nicht aggressiv, also Hautschonen
  2. nach getarnter Arbeit werden die Reststücke eingesammelt/ gekehrt und nächsten Tag mit Wasser als Mörtel aufbereitet und steht nun zu 100% zur Wiederverwendung bereit.
  3. die Werkzeuge und Arbeitskleidung durch abwaschen und ausbürsten schnell wieder sauber sind
Mit anderen Worten Lehm ist ein Super Baustoff